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Heinrich von Kleist

Heinrich von Kleist (1777 - 1811)

Bildnis Heinrich von Kleist, Zeichnung von Peter Friedel, 1801 - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)




HEINRICH VON KLEIST (1777 - 1811)

Heinrich von Kleist

Gedenktafel Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist, Mauerstraße 53, Berlin-Mitte, Deutschland - Bildquelle: Weikipedia - Autor: OTFW, Berlin - Lizenz s.u.



Heinrich von Kleist wurde am 18. Oktober 1777 in Frankfurt a. d. Oder geboren. Er verlor früh seine Eltern, und wurde nach der Vorstellung einer preußischen Adelsfamilie Soldat. 1799 nahm er jedoch freiwillig als Leutnant den Abschied vom Heer, um Philosophie und Mathematik zu studieren. 1800 verlobte er sich mit der Offizierstochter Wilhelmine von Zenge- eine unglückliche, nicht erfüllte Liebe. Von nun an beginnt für Kleist ein hastiges Leben, dass ihn abwechselnd nach Würzburg, Berlin, Dresden, zum Rhein, nach Paris und in die Schweiz führt. Im Frühjahr 1801 reiste er zusammen mit seiner Schwester Ulrike über Dresden nach Paris. Doch angesichts der von ihm als ‚sittenlos‘ empfundenen Hauptstadt schienen ihm die Werke der französischen Aufklärung (Helvétius, Voltaire, Jean-Jacques Rousseau) durch die für ihn irrationale Wirklichkeit das Gegenteil ihrer Absicht zu bewirken.


Zwei Reisen nach Paris

Paris

Kirche Notré Dame


In Paris erkennt er den Unwert allen Wissens. Er will im Banne Rousseauscher Ideen seiner Lebensweise und seiner Standesvorurteile entsagen und auf freiem Schweizer Boden ein Leben als Bauer führen. Als Wilhemine (...seine Verlobte Wilhelmine von Zenge) diesen Plan Kleists erfährt, löst sie die Verlobung auf. 1802 kehrt Kleist nach Deutschland zurück, wo er auf Wieland trifft. Dieser erkennt das dramatische Genie Kleists. Doch bald beginnt Kleist wieder zu reisen und in Paris erliegt Kleist fast den Zweifeln an seiner dichterischen Kraft und spielt gefährlich mit dem Gedanken an den Freitod. 1804 kehrt er wieder nach Berlin zurück. Im August 1806 teilte Kleist seinem Freund Rühle von Lilienstern seine Absicht mit, aus dem Staatsdienst zu scheiden, um sich nunmehr durch „dramatische Arbeiten“ zu ernähren.


Haft in Frankreich

Die Hermannsschlacht

Die Hermannsschlacht, Theaterankündigung von 1923 - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)


Auf dem Wege nach Berlin wurden Kleist und seine Begleiter im Januar 1807 von den französischen Behörden als angebliche Spione verhaftet und zunächst in das Fort de Joux bei Pontarlier und dann in das Kriegsgefangenenlager Châlons-sur-Marne transportiert. Dort schrieb er vermutlich die Novelle "Die Marquise von O…" und arbeitete weiter an der Penthesilea. 1807 leitet er mit Adam Müller in Dresden die Kunstzeitschrift "Phoebus". Im Dezember 1808 vollendete Kleist unter dem Eindruck des Widerstands Spaniens gegen Napoleon, der Besetzung Preußens und der Anfänge des österreichischen Freiheitskampfes das Drama "Die Hermannsschlacht". Gegenstand des Dramas, mit dem Kleist den seit dem 16. Jahrhundert bestehenden Arminius-Kult in der deutschen Literatur aufgriff, war die Varusschlacht, in der im Herbst des Jahres 9 n. Chr. drei römischen Legionen in einer vernichtenden Niederlage gegen ein germanisches Heer unter Führung des Arminius untergegangen waren.


Tod in Berlin

Heinrich von Kleist

Grab von Heinrich von Kleist und Henriette Vogel in Berlin-Wannsee - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Jochen Jansen - Lizenz.s.u.


1810 finden wir Kleist in Berlin als Redakteur der "Berliner Abendblätter", die - von der Zensur bedrängt - nur eine Lebensdauer von 6 Monaten hatte. Als Patriot sah er sein Vaterland am Boden liegen. In dieser Not fand er in der todkranken Henriette Vogel eine Frau, die bereit war, mit ihm zu sterben. Am 21. November 1811 erschoß er sie und sich am Ufer des kleinen Wannsees bei Berlin. Das Kleistgrab unterhalb der Bismarckstraße (Wannsee) soll nach einem von der Bundeskulturstiftung ausgeschriebenen Wettbewerb neu gestaltet werden.

Auf einer kleinen Gedenktafel am kleinen Wannsee in Berlin - dem Todesort des Dichters Heinrich von Kleist und seiner Freundin Henriette Vogel - findet sich folgende Inschrift: "Nun oh Unsterblichkeit bist du ganz mein".


Kleist in Prag 1791

Prag

Prag - Karlsbrücke - Ansicht der Türme des Stadttores


Einige bedeutende Werke sind u.a.: "Der zerbrochene Krug"; "Das Käthchen von Heilbronn"; "Die Hermannsschlacht"; "Prinz Friedrich von Homburg"; "Michael Koolhaas"; "Das Erdbeben in Chili"; "Die Marquise von O."; "Penthesilea"; "Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik"; "Der Zweikampf".

Am 31. August 1791 gab es einen pompösen Aufzug mit Hochamt im Dom zu Prag, dessen musikalischen Teil Antonio Salieri mit Künstlern der Wiener Hofkapelle bestritt. Zwei Tage zuvor - am 29. August 1791 - wurde Mozarts "Don Giovanni" im Prager Nostitz-Theater aufgeführt. Mozart dirigiert selbst und hinterläßt bei dem anwesenden Reiseschriftsteller Alexander von Kleist, der mit seinem berühmten Namensvetter Heinrich von Kleist ebenfalls nach Prag gekommen war, einen bleibenden Eindruck. Er bezeugt, wie Mozart, "ein kleiner Mann im grünen Rock, dessen Auge verrät, was sein bescheidener Anstand verschweigt", dirigierte, um daran Reflexionen über die Unsterblichkeit des Künstlers zu knüpfen. "Er wirkt noch auf künftige Geschlechter, wenn längst die Gebeine der Könige vermodert sind".


Quellenangabe:


Die Informationen zur Biografie von Heinrich von Kleist basieren auf dem Artikel Heinrich von Kleist (Stand 21.02.2010) und stammen mit den Fotos "Bildnis Heinrich von Kleist, Zeichnung von Peter Friedel, 1801 - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)" - "Gedenktafel Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist, Mauerstraße 53, Berlin-Mitte, Deutschland - Autor: OTFW, Berlin" - "Grab von Heinrich von Kleist und Henriette Vogel in Berlin-Wannsee - Autor: Jochen Jansen" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotos sind lizenziert unter der Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 und unter der Creative Commons-Lizenz „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported.






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