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Konzertreisen

Abbildung: Salzburg - Blick auf den Dom und die Altstadt - im Vordergrund der Kapitelplatz




Überblick



Die ersten Konzertreisen Wolfgangs und seiner Schwester Nannerl mit den Eltern führten Anfang 1762 (wahrscheinlich im Januar) nach München und im Herbst 1762 von Passau nach Wien, um dem Adel die talentierten Kinder zu präsentieren. Nach diesem Erfolg des Wunderkindes in München und Wien startete die Familie am 9. Juni 1763 zu einer ausgedehnten Tournee durch die deutschen Lande und Westeuropa, die bis zur Rückkehr nach Salzburg am 29. November 1766 insgesamt dreieinhalb Jahre dauerte. Dabei berührten sie die Städte: München, Augsburg, Ludwigsburg, Schwetzingen, Heidelberg, Mainz, Frankfurt am Main, Koblenz, Köln, Aachen, Brüssel, Paris (Ankunft in Paris am 18. November 1763), Versailles, London (Ankunft in London am 23. April 1764), Dover, Den Haag, Amsterdam, Utrecht, Mechelen, nocheinmal Paris (Ankunft am 10. Mai 1766), Dijon, Lyon, Genf, Lausanne, Bern, Zürich, Donaueschingen, Ulm und München, wo die Kinder bei Hofe oder in öffentlichen Akademien musizierten. Während dieser Reisen entstanden unter anderem die ersten Sonaten für Klavier und Violine sowie die erste Sinfonie Es-Dur (KV 16).


Abbildung: München - Altes Rathaus - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Christian Kreß - Lizenz s.u.

Mozart auf Reisen

Mozart auf Reisen



1762



Im Januar (?) 1762 erfolgte die erste Kunstreise nach München, wo sie vor dem Kurfürsten Maximilian spielen und Aufsehen erregen. Am 18. September 1762 tritt Vater Leopold Mozart dann mit Tochter Nannerl und Wolfgang die erste Fahrt nach Wien an. Am 13. Oktober 1762 folgt die erste Audienz am kaiserlichen Hofe Maria Theresias. Abreise nach Salzburg am 31. Dezember 1762.


Kompositionen 1762:

KV 1:
Menuett und Trio für Klavier (Salzburg, 1761/1762 ?),
KV 2: Menuett für Klavier (Salzburg, ]anuar 1762),
KV 3: Allegro für Klavier (vom Vater datiert, Salzburg, 4. März 1762),
KV 4: Menuett für Klavier (vom Vater datiert, Salzburg, 11. Mai 1762),
KV 5: Menuett für Klavier (Salzburg, 5. Juli 1762),


Abbildung: Wien - Wiener Burgtheater

1763


Ungefähr ein ein halbes Jahr nehmen die Vorbereitungen für diese außergewöhnliche, für damalige Verhältnisse einer Weltreise nahe kommenden Europareise in Anspruch. Leopold Mozart, der mit beachtlichen Reisekosten rechnete, plant diese Reise bis ins kleinste voraussehbare Detail. Der kleine Wolfgang übt sich während desssen fleißig an der Geige und in den Sprachen Französich, Latein, und Italienisch. Auch seine ältere Schwester "Nannerl" widmet sich den erforderlichen Reisevorbereitungen. Als Reisebegleiter wird Sebastian Winter auserwählt; er hat die Aufgabe, sich während der langen Reise um das Wohl der Familie Mozart kümmern. Außerdem sitzt er auf dem Kutschbock und wechselt an den damaligen Poststellen von Thurn und Taxis die Pferde aus. Auch soll er sich um die Perücken kümmern....! Am 9. Juni 1763 ist es dann endlich soweit. Die Familie Mozart tritt ihre größte gemeinsame Reise an.

Kompositionen 1763

KV 6: Sonate für Klavier oder Klavier und Violine (C-Dur) — Erstes gedrucktes Werk
KV 7: Sonate für Klavier oder Klavier und Violine (D-Dur) — (1763/64, Paris)
KV 8: Sonate für Klavier oder Klavier und Violine (B-Dur) —(21.11.1764, Paris)


Abbildung: Wappen der Familie Thurn und Taxis - Bildquelle: Wikipedia - gemeinfrei

Wasserburg am Inn


Der Reiseweg führt die Familie zunächst von Salzburg nach Wasserburg am Inn. Die Stadt war für die Familie Mozart eine regelmäßige Durchreise- oder Aufenthaltsstation auf dem Weg nach Paris, London, München und Augsburg, Es ist denkbar, das Wolfgang hier mehrmals Station gemacht hat. Wasserburg lag eine Tagesreise von Salzburg entfernt und es galt hier Freunde zu sehen: der Komponist und Chorregent Johann Sebastian Diez zählte zu den Freunden von Leopold Mozart. Die Familie Mozart pflegte im Gasthof „Goldener Stern“ abzusteigen. 1763 soll der kleine Wolfgang sogar auf der Orgel der Stadtpfarrkirche St. Jakob gespielt haben. Der Halt in Wasserburg dauert 1763 fast 2 1/2 Tage, weil die Wagenachse der Kutsche durchgebrochen war.


Abbildung: Wasserburg am Inn - Bildquelle: Wikipedia - (Public domain)

München und Nymphenburg


Die Weiterreise führt die Mozarts in die nicht allzuweit entfernte Residenzstadt München. Von dem Aufenthalt der Mozarts informiert, lädt der Kurfürst die Familie zu einer Galatafel in seine Residenz in Nymphenburg. Kurfürst Maximilian III. von Bayern hatte den kleinen Mozart bereits ein Jahr zuvor spielen gehört. Begeistert veranlasst er einen musikalischen Abend, an dem der junge Wolfgang sein Können am Klavier und an der Geige demonstriert. Zudem beweist er eines seiner größten Talente, die Fähigkeit des "Improvisierens". Das Publikum ist begeistert. Unter den Gästen weilt auch der Vetter des Kurfürsten von Nymphenburg, Herzog Clemens von Bayern, der die Familie Mozart mit einem Empfehlungsschreiben für den Aufenthalt in Schwetzingen ausstattet.


Abbildung: München - Schloss Nymphenburg - Bernardo Bellotto: Ansicht von München, Schloss Nymphenburg, um 1761 - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)

Augsburg


Die Weiterreise führt die Familie Mozart nach Augsburg, wo sie im Gasthof „Zu den drei Linden“ absteigen. Die Anreise aus München dauerte einen ganzen Tag. Bekanntlich ist Augsburg die Vaterstadt von Leopold Mozart, hier wohnen und leben seine Freunde und seine Verwandten. Heute erzählen das Wohnhaus des Großvaters und Buchbindermeisters Franz Aloys Mozart und das Geburtshaus Leopold Mozarts von der berühmten Künstlerfamilie. Die Lokalzeitung berichtet begeistert von der Ankunft der Familie Mozart- die Kaiserlichen Geschichten über den kleinen Wolfgang am Hof in Wien haben inzwischen auch Augsburg erreicht. Die Familie besucht ihre Verwandtschaft und den befreundeten Musikverleger Johann Jakob Lotter, der Leopolds „Versuch einer gründlichen Violinschule“ in Druck brachte. Nach einem Aufenthalt von 15 Tagen geht es nun weiter nach Ludwigsburg.


Abbildung: Augsburg - Augsburger Rathaus - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Sven Jansen - Lizenz s.u.

Ulm und Ludwigsburg


Ihr Aufenthalt in Ulm ist nicht von langer Dauer: Die Zeit reicht gerade für die Besichtigung des Münsters von Ulm und eine Orgelbesichtigung. Nächstes Ziel ist Ludwigsburg- der Sommerpalast des Hofes von Stuttgart. Hier verweilen sie 2 Tage in der Hoffnung, am Hof von Herzog Karl Eugen von Württemberg empfangen zu werden. Ihre Bitten sind nicht von Erfolg gekrönt, angeblich ist der Herzog auf Wildschweinjagd. Entrüstet verlassen sie am 14. Juli die Stadt. Leopold Mozart zeigte sich tief verärgert über das Verhalten am Hof von Ludwigsburg. Der Kapellmeister des Herzogs - der Italiener Niccolò Jommelli - scheint an der frühzeitigen Abreise der Familie Mozart nicht ganz schuldlos.


Abbildung: Ulm - Blick auf das Ulmer Münster - Fotoquelle: Wikipedia (Public domain)

Schwetzingen


Das nächste Ziel ist die Sommerresidenz des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz in Schwetzingen (nahe Darmstadt). Hier hilft das Empfehlungsschreiben des Herzog Clemens von Bayern weiter und die Familie Mozart erhält eine wichtige Einladung zu der Teilnahme an der Akademie im Schloss. Leopold ist begeistert vom Orchester und seinen Musikern. Der kleine Mozart begegnet hier zum ersten Mal den Musikgrößen Christian Cannabich, dem Konzertmeister, Johann Baptist Wendling, dem Pianisten und den Geigern Franz Anton Wendling, Johann Georg Manner und Ignaz Fränzl. Sie spielen für Wolfgang Amadeus Mozarts musikalischen Werdegang in späterer Zeit eine wichtige Rolle in der "Mannheimer Schule".


Abbildung: Schwetzingen - Schwetzingen, Evangelische Stadtkirche - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Rudolf Stricker

Heidelberg und Mannheim


Sodann erreichen sie Heidelberg. Wolfgang Amadeus Mozart spielt in der Heiligen-Geist-Kirche in Heidelberg die Orgel. Auf Bitten des begeisterten Stadtdechanten, der diesem Orgelkonzert beiwohnte, ihren Namen und den Grund des Besuches "zum ewigen Gedenken" an die Orgel zu schreiben, hinterläßt Leopold Mozart folgende Antwort: „Weiterreise nach Mainz und Frankfurt . . .“ Die Weiterreise führt nun zuerst nach Mannheim.


Abbildung: Heidelberg - Der gesprengte Turm des Heidelberger Schlosses um 1830 von Carl Blechen - Bildquelle: Wikipedia (Public domain)

Worms, Mainz und Frankfurt


Nach kurzem Aufenthalt in Mannheim führt die Reise weiter Richtung Frankfurt. Einem Zwischenstopp in Worms folgt die Weiterreise nach Mainz. Leopold will seine Kinder am Hof von Mainz vorstellen. Er erfährt, dass der Bischof erkrankt ist. Die Kinder geben deshalb im „Römischen Kaiser“ ein gut besuchtes Konzert. Kurz darauf besteigt die Familie Mozart das Postschiff nach Frankfurt. Hier geben die Kinder insgesamt fünf Konzerte, davon eines am 18. August 1763 im „Scharfischen Saal“ auf dem Liebfrauenberg, wo der junge, 14-jährige Johann Wolfgang Goethe unter den Besuchern ist. Noch Jahre später wird sich Goethe an dieses Konzert wieder erinnern und an den, wie er sagt, kleinen Mann mit Degen. Aus Frankfurt kehrt die Familie Mozart noch einmal nach Mainz zurück, von wo sie ihre Konzertreise nach Wiesbaden, Biberich und Kostheim fortsetzen.


Abbildung: Worms - Kaiser-Dom St. Peter zu Worms - Fotoquelle: Wikipedia - Autor: AlterVista - Lizenz s.u.

Bonn, Köln und Aachen


Über Wiesbaden und Koblenz trifft die Familie Mozart schließlich in Bonn ein. Dort besichtigten sie das Schloss und die Kirche auf dem Kreuzberg. Auch Köln statten sie einen Besuch ab und nach der anschließenden Weiterfahrt gelangen sie nach Aachen, wo sich gerade die preußische Prinzessin Amalie, eine Schwester des König Friedrich II, zur Kur aufhält. Sie machen der Prinzessin ihre Aufwartung und sie bedankt sich im Überschwang und küßt den kleinen Wolfgang mehrmals. Die Fortsetzung der Reise führt die Familie nach Brüssel, in die Haupstadt der damals österreichischen Niederlande. Leopold Mozart hat den Aufenthalt in dieser Stadt ebenfalls bestens vorbereitet.


Abbildung: Bonn - Matthäus Merian (1593-1650) - Bonn im Jahre 1646 - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)

Quellenangabe:


Die Fotos "Kaiser-Dom St. Peter zu Worms - Autor: AlterVista" - "Augsburger Rathaus - Autor: Sven Jansen" - "München, Altes Rathaus - Autor: Christian Kreß" stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. Diese Dateien sind lizenziert unter der Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 und unter der Creative Commons-Lizenz „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported.






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