Wien

Wien - Schloss Schönbrunn Fotograf: Didi01/Pixelio.de






1781



„(...)Dass Sie glauben, daß ich mich bey der Noblesse und dem Kaiser selbst in üblen Credit setzen werde, ist grundfalsch, den der Erzbischof ist hier gehasst, und vom Kaiser am meisten; das ist eben sein Zorn, dass ihn der Kaiser nicht nach Laxenburg eingeladen hat(..)“

Aus einem Brief Wolfgangs an den Vater in Salzburg, Wien, 9. Mai 1781

„(...)Der Bruch des jungen Mozart mit dem Salzburger Hofe war vollzogen. Aber zugleich erlitt dadurch auch das herzliche Vertrauensverhältnis zwischen Vater und Sohn einen empfindlichen Schlag. Vater Leopold empfand es peinlich, dass der Sohn in Feindschaft von seinem erzbischöflichen Herrn geschieden war, vor allem aber sah er mit Sorge, dass sich der Sohn seiner Führung entwand und eigene Wege einschlug(...)“

Zitat von Ludwig Schiedermair

Das Foto "Schloss Schönbrunn" stammt aus der Fotodatenbank Pixelio.de: © Didi01 / PIXELIO.DE



Wien - Mozartdenkmal Mozartdenkmal im Burggarten - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Florian Demmer - Lizenz s.u.



Größere Kartenansicht



1782


Mozart verdiente sich seinen Unterhalt zu dieser Zeit hauptsächlich mit Klavierstunden in vornehmen Wiener Familien. Im Juli 1781 erhält Mozart den kaiserlichen Auftrag, die deutsche Oper "Eine Entführung aus dem Serail" zu komponieren. Seinen Aufenthalt in der Wohnung der Familie Weber beendete er im September 1781 auf drängen seines Vaters Leopold. Während dieser Zeit verliebte sich Mozart in die neunzehnjährige Constanze Weber, was auch dem Vater nicht verborgen blieb. Im Mai 1782 beginnen die "Augarten-Konzerte" unter Mitwirkung Mozarts. Am 16. Juli 1782 ist dann schließlich die Uraufführung des Singspiels "Die Entführung aus dem Serail" im Wiener Hoftheater (Burgtheater). Im daraufolgenden Monat heiratet Mozart gegen den Willen seines Vaters Leopold Constanze Weber. Weiterhin lernt er den Komponisten Gluck kennen, der dafür sorgt, dass sein Singspiel mehrmals aufgeführt wird. Trotz des großen Erfolges dieser Oper findet Mozart weiterhin keine Anstellung.

Das Foto "Schloss Belvedere" stammt aus der Fotodatenbank Pixelio.de: © Didi01 / PIXELIO.DE



Wien - Schloss Belvedere Fotograf: Didi01/Pixelio.de





1783/1784


Am 17. Juni 1783 wird der erste Sohn geboren - Raimund Leopold - der bereits nach 2 Monaten verstirbt. Im Juli 1783 besuchen Mozart und Constanze Vater Leopold Mozart in Salzburg. Constanze singt ein Solo in der c - Moll Messe (KV 427), die in der Salzburger Peterskirche aufgeführt wird. Auf der Rückfahrt machen sie Station in Linz, wo Mozart seine soeben komponierte "Linzer Sinfonie" (KV 425) aufführt. Die Geburt des zweiten Sohnes - Carl Thomas - ist am 21. September 1784 und im Dezember 1784 wird Mozart in der Freimaurerloge "Zur Wohltätigkeit" aufgenommen.

"Zweifellos haben die menschenfreundlichen und großzügigen Bestrebungen der Freimaurer, ihr Kampf gegen Aberglauben und Gewissensenge, die idealen Grundsätze gegenseitiger Förderung und brüderlicher Gleichberechtigung das empfindliche Gemüt Mozarts lebhaft gewonnen."

Zitat von Bernhard Paumgartner, Mozart, Zürich 1945



Wien Stephansplatz

1785


Am 11. Februar 1785 trifft Leopold Mozart zum Gegenbesuch in Wien ein, wo er am darauffolgenden Abend während einer "Musik" im Hause Mozart den Komponisten Joseph Haydn kennenlernt.

"Ich sage ihnen vor gott und als ein Ehrlicher Mann, daß ich ihren Sohn für den größten Componisten anerkenne von dem ich Je gehört; er hat geschmack und die gründlichsten Kenntnisse der Composition."

Joseph Haydn zu Leopold Mozart am 12. Februar 1785



Joseph Haydn (1732 - 1809) Portrait by Thomas Hardy, 1791 - Bildquelle: Wikipedia (Public domain)

1786


Am 1. Mai des Jahres 1786 wird Mozarts Oper "Le nozze di Figaro" im Hoftheater zu Wien (Burgtheater) uraufgeführt. Das Werk wurde in Wien von der italienischen Operngesellschaft aufgeführt und es wird berichtet, dass die Sänger sich schon bei der ersten Vorstellung alle Mühe gaben, durch vorsätzliche Fehler diese Oper zu stürzen. In Prag allerdings - im selben Jahr aufgeführt - wurde diese Oper begeistert angenommen und den ganzen Winter gespielt. Am 18. Oktober 1786 wird das dritte Kind der Eheleute Mozart - Johann Thomas Leopold - geboren. Schon nach 4 Wochen verstirbt auch dieser Sohn.



Wien - Burgtheater ...ehemaliges Hoftheater Wien...

1787/1788


Anfang 1787 reist Mozart mit Constanze nach Prag, um einer Aufführung des Figaro beizuwohnen. Er wird stürmisch bejubelt und dirigiert am 20. Januar 1787 schließlich selbst eine der Aufführungen. Hier in Prag soll Mozart auch Ludwig van Beethoven getroffen haben, was allerdings nicht bewiesen wurde. Er erhält den Auftrag, eine Oper (Don Giovanni) für Prag zu komponieren. Am 28. Mai 1787 verstirbt Vater Leopold Mozart in Salzburg und im September Mozarts alter Freund und Hausarzt Dr. Barisani in Wien. Die Uraufführung des "Don Giovanni" ist am 29. Oktober 1787 in Prag und am 7. Dezember 1787 ernennt Kaiser Joseph II. W.A. Mozart - anstelle des verstorbenen Komponisten Gluck - zum "kaiserlichen Kammermusikus" mit einem Jahresgehalt von 800 Gulden. Am 17. Dezember 1787 wird Theresia, das vierte Kind der Eheleute Mozart geboren. Es stirbt am 29. Juni 1788. In diesem Jahr schreibt Mozart auch seine letzten drei Sinfonien (Es-Dur, g-Moll, C-Dur - Jupiter).



Prag Garten der Prager Burg






1789


Im April 1789 reist Mozart mit seinem Freund Fürst Carl Lichnowsky nach Prag, Dresden und Leipzig. Am 22. April 1789 gibt Mozart ein Orgelkonzert in der Thomaskirche (Bach-Orgel) in Leipzig. Er reist weiter nach Berlin und Potsdam und gibt ein Konzert am preußischen Hof. Am 6. Oktober 1788 wird im Königlichen Nationaltheater - dem späteren Schauspielhaus - die Berliner Erstaufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts "Belmonte und Constanze" (Entführung aus dem Serail) aufgeführt. Am Abend des 19. Mai 1789 wohnt der Komponist Mozart persönlich einer Aufführung seines Werkes bei. Am 4. Juni erfolgt die Ankunft in Wien. Mozarts wirtschaftliche Lage wird immer bedrückender. Am 16. November 1789 wird sein fünftes Kind geboren. Anna verstirbt schon wenige Stunden später.



Berlin Schauspielhaus am Gendarmenmarkt

1790


Im Januar 1790 wird seine Oper "Cosi fan tutte" im k.u. k. Hoftheater (Burgtheater) in Wien uraufgeführt. Während sich die Aufführungen von Mozarts Opern im deutschen Sprachgebiet häufen, verschlechtert sich seine Lage in Wien bis an den Rand einer Katastrophe. Er reist auf eigene Kosten nach Deutschland, wo die Kaiserkrönung Leopolds II. ihm gute Möglichkeiten für Konzerte zu bieten scheint. Rückkehr nach Wien im November, wo er sich von Joseph Haydn verabschiedet, der zu einer Konzerttournee nach England aufbricht und den er nie mehr wiedersehen wird.



Wien - Burgtheater Ansicht vom Volksgarten

1791


Constanze Mozart weilt, wie schon in den zwei vorhergehenden Jahren, zum Kuraufenthalt in Baden bei Wien. Mozart besuchte sie dort am 17./18. Juni 1791. Bei diesem Besuch entsteht so ganz nebenbei das "Ave Verum - KV 618" - an einem einzigen Tag. Am 26. Juli 1791 wird dann das sechste Kind der Familie, Franz Xaver Wolfgang, geboren. Im Juli 1791 erhält Mozart den Auftrag zur Komposition eines Requiems. Um dieses Werk ist ein Mythos entstanden, an dem Constanze nach dem Tod ihres Mannes nicht ganz unschuldig war. Im August erhält Mozart einen weiteren Auftrag: Er soll zu den Krönungsfeierlichkeiten in Prag - Leopold II. wird König von Böhmen - eine Oper schreiben. Schon nach 17 Tagen beendet er die Partitur von "La Clemenza di Tito". Am 6. September 1791 erfolgt dann die Uraufführung in Prag mit mäßigem Erfolg.



Constanze Mozart(1762 - 1842) Maler: Joseph Lange 1783 - Bildquelle: Wikipedia (Public domain)

Zauberflöte


Die letzte Uraufführung ist am 30. September 1791: Die Zauberflöte in Schikaneders "Freihaustheater auf der Wieden" in Wien. Seit der Rückkehr aus Prag fühlt sich Mozart unwohl und krank. Er arbeitete auch wieder am Requiem.








Requiem


"(...) Im Laufe des Oktober und November verschlimmerte sich Mozarts schwächlicher Zustand mehr und mehr und am 20. November 1791 zwang ihn eine letzte Krankheit, sich niederzulegen, um nie wieder aufzustehen. Am 4. Dezember um etwa 14.00 Uhr ließ er sich die Partitur zum Requiem auf das Bett legen. Er wollte mit seinen Besuchern das "Lacrimosa" anstimmen. Benedikt Schack übernahm die Sopranstimme, sein Schwager Franz Hofer den Tenor, Franz Gerl den Baß und Mozart selbst die Altstimme. Nach wenigen Takten klappte er die Partitur zu. Die Ahnung, das Requiem nie zu vollenden, das Gefühl, sein eigenes Totenlied zu dichten, übermannte ihn. Er fing an heftig zu weinen...(...)"

Arthur Schurig- Wolfgang Amadeus Mozart- sein Leben und sein Werk - Leipzig 1913

Gegen Abend des 4. Dezember 1791 rief man nach dem Arzt. Dieser verordnete kalte Umschläge um den glühend heißen Kopf des Kranken. Der Arzt erklärte dem anwesenden Franz Xaver Süßmayer, dass es keine Hilfe und keine Hoffnung mehr für Mozart gebe.

Den lateinischen Text des Requiems und die deutsche Übersetzung finden Sie hier....!



Wien - Rauhensteingasse F.X. Süßmayer am Sterbebett von Mozart v. Eduard Friedrich Leybold. 1857 - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)

Mozarts Tod


Draußen soll es windig und regnerisch gewesen sein. Wolfgang Amadeus Mozart fiel alsbald in Bewußtlosigkeit, aus der er nicht mehr erwachte. Fündundfünfzig Minuten nach Mitternacht, also in der ersten Stunde des 5. Dezember 1791, war Mozart tot. Seine letzten Worte sind nicht bekannt. Freunde rieten der Witwe, sie solle sich keine Ausgaben machen und ein Armenbegräbnis bestellen. Am 6. Dezember 1791, nachmittags um 15.00 Uhr, fand Mozarts Begräbnisfeier statt. In einem schlichten Fichtenholzsarg wird er aus dem Haus (Rauhensteingasse 8) getragen. Das Ziel des Trauerzugs war eine Kapelle des Stephansdoms - die nur von außen erreichbare Kruzifixkapelle. Unter Anteilnahme der männlichen Mitglieder seiner Familie, der Komponisten Antonio Salieri und Johann Georg Albrechtsberger wird der Leichnam Mozarts hier eingesegnet. Von dieser Stelle aus wird der Sarg entweder noch am 6. Dezember abends oder erst am anderen morgen (7. Dezember ?) zum St. Marxer Friedhof gebracht und hier in die Totenhalle gestellt.



Wien - Stephansdom Außenansicht der Kruzifixkapelle


Am darauffolgenden Tag wird Mozart in einem Massengrab beerdigt. Das ist auch der Grund, warum bis auf den heutigen Tag das Grab des Genies unbekannt ist. Das Wetter an diesem Tag soll übrigens gar nicht so schlecht gewesen sein, wie frühe Biografen immer behauptet haben. Der Grund für die Nichtteilnahme der Trauergesellschaft auf Mozarts letztem Weg zum Friedhof liegt darin, das der St. Marxer Friedhof einfach zu weit entfernt vom damaligen Zentrum Wiens lag. Außerdem war es damals absolut unüblich, den Transport einer Leiche zum Friedhof zu begleiten. Mit der Einsegnungsfeier in der Kruzifixkapelle war die Beerdigung beendet.



Wien - Stephansdom Kruzifixkapelle - Einsegnungsort Mozarts


Das Requiem, ein Auftragswerk des Grafen F. Walsegg-Stuppach, konnte Mozart nicht mehr vollenden. Es wurde im Auftrag Konstanzes von J. L. von Eybler bzw. Franz Xaver Süßmayer vollendet, wobei sich die Fassung des letzteren durchgesetzt hat. Mozart hinterließ zwei Kinder: Karl (1784 - 1858), der das Salzburger Mozarteum zu seinem Universalerben bestimmte, und Wolfgang (1791 - 1844), Komponist, Pianist und Kapellmeister.


"....Mozarts Requiem ist eine romantisch - heilige Musik."

E.T.A. Hoffmann



Wien - St. Marxer Friedhof Mozartgrab

Requiemübersetzung

Requiemtext Übersetzung des Requiems von Mozart







Hörprobe:


Sinfonisches Chorkonzert vom 9. November 2003:

Wolfgang Amadeus Mozart - Requiem d-Moll KV 626

Hörprobe: Requiem eternam

Kantorei der Friedenskirche Hamborn

Mitglieder der Duisburger Philharmoniker

Orgel: Klaus Müller

Leitung: Tiina M. Henke



  • Wolfgang Amadeus Mozart
    Requiem d-Moll KV 626





Quellenangabe:


Das Foto "Mozartdenkmal im Burggarten - Autor: Florian Demmer" stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Die Fotodatei wird unter den Bedingungen der Creative Commons "Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported"-Lizenz veröffentlicht.



Fotos aus Wien






-Anzeige-











(C) Paul Sippel 2018 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken