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Prag - St.-Veits-Dom

Prag - Dom

St. Veits Dom auf dem Hradschin




Überblick

Prag - Dom

Innenansicht St.-Veits-Dom - Foto: Holger Pazdziora



Der Veitsdom (auch St.-Veits-Dom genannt) auf der Prager Burg ist die Kathedrale des Erzbistums Prag und das größte Kirchengebäude Tschechiens. Sie wurde unter Karl IV. ab 1344 erst von Matthias von Arras und dann vor allem durch Peter Parler nach Vorbild der französischen Königskathedralen errichtet. Als Krönungskirche der böhmischen Könige enthält der Dom neben den Grablegen der böhmischen Herrscher auch die Krönungsinsignien, welche in der Kronkammer aufbewahrt werden. Der Veitsdom ist die die größte Kirche des Landes und mit ihren Türmen schon von weitem sichtbar.




Mozart im St- Veits-Dom

Prag - Dom

Detail der Westfassade


Die Wahl zum Kaiser von Leopold II. von Habsburg-Lothringen - einem Bruder von Kaiser Joseph II. (1741 - 1790) und Sohn der Kaiserin Maria Theresia (1717 - 1780) - erfolgte etwas mehr als sieben Monate nach dem Tod von Joseph II. am 30. September 1790 in Wien. Am 9. Oktober 1790 wurde er in Frankfurt am Main als Leopold II. gekrönt. Die Krönung zum ungarischen König in Preßburg erfolgte am 15. November 1790 und die Krönung zum König von Böhmen in Prag am 6. September 1791. Man hoffte auf eine lange Friedenszeit unter einem als Titus verklärten fähigen Herrscher. Leopold II. (5. Mai 1747 in Wien; † 1. März 1792 Wien) war Erzherzog von Österreich aus dem Haus Habsburg-Lothringen, von 1765 bis 1790 (als Peter Leopold) Großherzog der Toskana sowie von 1790 bis 1792 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und König von Böhmen, Kroatien und Ungarn.


Prag - Dom

Innenansicht der St.-Veits-Kirche - Foto: Holger Pazdziora


Wolfgang Amadeus Mozart komponierte anlässlich der Krönung in Prag die Oper „La clemenza di Tito“. Dies war der letzte Aufenthalt des Komponisten Mozart in Prag. In der Villa Bertramka des Ehepaares Duschek vollendet Mozart die Arbeit an der sogenannten Krönungsoper, die er am 6. September 1791 im Prager Ständethester selbst aufführt. Nur Stunden zuvor fand die Krönung Leopolds II. zum König von Böhmen im Veitsdom statt. Es ist bis heute umstritten, welches Werk von Mozart hier in der Kirche zur Aufführung kam: war es die Krönungsmesse Nr. 14 (Missa brevis in C-Dur, KV 317) oder die Piccolomini-Messe (Missa brevis C-Dur KV 258)? Die Krönungsmesse stammt aus dem Jahr 1779 und wurde wahrscheinlich am Ostersonntag desselben Jahres im Salzburger Dom uraufgeführt.





Geschichte

Prag - Dom

St.-Veits-Dom


Mit dem Bau des heutigen Gebäudes wurde im Jahre 1344 auf Anweisung Karls IV. begonnen, als auch Prag zum Erzbistum erhoben wurde. Der damalige Bau endete an der Stelle, wo sich heute das Transept befindet - der Rest des heutigen Baues, d. h. von dem Transept bis zum heutigen Haupteingang, wurde erst im 19. und 20. Jahrhundert gebaut. Die Geschichte des Baus reicht allerdings einerseits bis in das 10. Jahrhundert zurück, andererseits kam es zu einer mehrhundertjährigen Bauunterbrechung bis ins letzte Drittel des 19. Jahrhunderts. Der Bau erfolgte anstelle einer 925 unter dem Hl. Wenzel errichteten Rotunde und der unter Spytihněv II. begonnenen dreischiffigen romanischen Basilika (ab 1060). Spytihnew starb allerdings bereits 1061; der eigentliche Bauherr der neuen Kirche war sein Bruder und Nachfolger Vratislav II. Die doppelchörige Basilika war wesentlich kleiner als der heutige Bau.


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St.-Veits-Dom


Teile der Rotunde mit den Gräbern der Heiligen wurden in den Neubau integriert, so etwa die Südapsis mit dem Wenzelsgrab. Zu Beginn leitete der französische Baumeister Matthias von Arras den gotischen Neubau. Nach seinem Tod 1352 führten der aus Schwäbisch Gmünd stammende Peter Parler und im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts dessen Söhne Wenzel Parler und Johann Parler der Jüngere die Arbeiten fort, später übernahm der 1418 erstmals erwähnte Meister Petrlík (Peterchen) den Weiterbau. Bis zum Beginn der Hussitenkriege 1420 waren der Chor und der Grundstock des Hauptturms fertiggestellt. Durch den immer langsameren Weiterbau wurden nur noch das zweite und dritte Geschoss im spätgotischen Stil errichtet. Der Turmaufsatz wurde in den Jahren 1560 bis 1562 von Bonifaz Wohlmut und Hans Tirol geschaffen und im 18. Jahrhundert im Stil der Renaissance verändert, blieb jedoch unvollendet.





Weiterbau

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St.-Veits-Dom


Im Zeitalter der Reformation war der Dom eine signifikante Schnittstelle der Konfessionen. Eine Zeit lang diente er den Calvinisten als Pfarrkirche. Ein Großteil der kostbaren, gotischen Ausstattung des Domes, wie zahlreiche Heiligenskulpturen und geweihte Altarbilder wurden von den protestantischen Ikonoklasten zerstört. Václav Michal Pešina (1782 – 1859), Kanoniker am Dom, wirkte als Initiator des Weiterbaus im 19. Jahrhundert. Im Jahr 1859 wurde der Prager Dombauverein gegründet und 1861 begannen die Arbeiten. Erster Dombaumeister dieser zweiten Bauphase war Joseph Kranner, ein Vertreter der Neogotik. 1873 wurde Josef Mocker mit der Fertigstellung des Veitsdoms beauftragt.


Prag - Dom

Innenansicht - Foto: Holger Pazdziora


Auf seinen Entwurf hin wurde umstrittenerweise die neogotische Westfassade mit zwei Türmen errichtet, die die ursprüngliche Süd-Ausrichtung des Baus etwas relativiert. Der südliche, zur Stadt zugewandte Hauptturm wurde deswegen auch nicht mehr in seiner ursprünglich geplanten Form weitergeführt. Die endgültige Fertigstellung der Kirche nach einer Bauunterbrechung im 15. Jahrhundert dauerte bis zur Vollendung des Baus im Jahr 1929 durch Mockers Nachfolger Kamil Hilbert. Am 29. September 1935 wurde der Dom zum tausendjährigen Todestag des Hl. Wenzel eingeweiht. Ein 14 Jahre dauernder Rechtsstreit zwischen dem tschechischen Staat und der katholischen Kirche in Tschechien um das Eigentumsrecht an der 1954 enteigneten Kathedrale wurde im Januar 2007 vom Obersten Gericht zugunsten des Staates entschieden, nachdem ein untergeordnetes Gericht sie zunächst der Kirche zugesprochen hatte.


Prag - Dom

Kirchenfenster - Foto: Holger Pazdziora


Die Erzdiözese Prag hatte gegen das Urteil Einspruch eingelegt. Der tschechische Staat, vertreten durch Staatspräsident Václav Klaus, und die katholische Kirche, vertreten durch den Prager Erzbischof Dominik Duka, konnten sich einigen. Die Unterhaltung und Nutzung des Doms wird durch staatliche Gelder sichergestellt, die die Kirche verwaltet. Die Aufsicht über den Veitsdom wird an einen Rat von sieben Persönlichkeiten (u.a. Staatspräsident, der Erzbischof, der Prager Oberbürgermeister und die Vorsitzenden der beiden Kammern des tschechischen Parlaments) delegiert, die auch als Einzige jeweils einen Schlüssel zur Kammer mit den tschechischen Krönungsinsignien besitzen. [1]



Katedrála Sv. Víta 3

Kathedrale St. Veit in Prag - eingebunden über Wikimedia Commons


Architektur und Innenausstattung

Prag - Dom

Innenansicht St.-Veit-Dom - Foto: Holger Pazdziora


Der mächtige dreischiffige Dom wurde im Stil der Gotik erbaut. Er ist die größte Kathedrale Tschechiens. Die Länge des Hauptschiffs beträgt 124 m, die Breite des Querschiffs 60 m, die Höhe innen 33 m und der Hauptturm mißt 99 m. Der Veitsdom ist architektonisch und stilistisch wegweisend für die weitere Entwicklung der Spätgotik. Zahlreiche Maßwerkmotive finden sich hier zum ersten Mal und verbreiteten sich ausgehend von der Bauhütte des Veitsdoms über ganz Europa. Darüber hinaus ist der Chor des Doms einer der ersten Bauten mit dem Parallelrippengewölbe, das in zahlreichen Bauwerken der Spätgotik angewandt wurde. Die Vorhalle vor dem Südquerhausportal besitzt ein besonders kunstvolles Gewölbe mit frei hängenden Rippen. In der Sakristei des Veitsdoms findet sich ein Gewölbe mit hängendem Schlussstein.


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Innenansicht St.-Veit-Dom - Foto: Holger Pazdziora


Als weitere architektonische Besonderheiten sind die Triforiengalerie mit porträthaften Büsten der Baumeister und Auftraggeber sowie die erkerartigen, schräggestellten Fensterteile im Obergaden des Chors zu erwähnen. Im Inneren des Doms findet sich eine überaus reiche Ausstattung. Die bedeutendsten noch von Parler stammenden Arbeiten befinden sich in der mit Halbedelsteinen und vergoldetem Stuck ausgekleideten Wenzelskapelle. Aus dem 16. Jahrhundert stammt das in der Mitte des Chores errichtete Mausoleum der Habsburger. Von der barocken Ausstattung ist vor allem auf das 1733 - 1736 nach Entwürfen Joseph Emanuel Fischer von Erlachs, nach dem Modell des Bildhauers Antonio Corradini und vom Silberschmied Johann Joseph Würth gestaltete Hochgrab des heiligen Johannes von Nepomuk hinzuweisen. Im 20. Jahrhundert wurden der neugotische Hochaltar und die von Alfons Mucha (1931) und Max Švabinský (1934) gestalteten Glasfenster ergänzt.


Prag - Dom

Impressionen


Seit 1355 wird das Haupt des Heiligen Veit im Veitsdom als Reliquie aufbewahrt, außerdem die Hunde des Heiligen Adalbert, die Hunde des Heiligen Wenzel, das Schwert des Heiligen Stefan, ein Zahn der Heiligen Margarete, ein Teil des Schienbeins des Heiligen Vitale, eine Rippe der Heiligen Sophie, die Kinnlade des Heiligen Eoban, ein Splitter aus dem Kreuz Jesu, das Tischtuch des Heiligen Abendmahls, ein Kleid der Jungfrau Maria sowie der Stab des Mose. Darüber hinaus befinden sich eine Reihe von Kaiser- und Königsgräbern in der Kathedrale von Prag. U.a. die Gräber von Ottokar I, König von Böhmen, Kaiser Karl IV. (1316 - 1378), Wenzel IV., römisch-deutscher König, König von Böhmen (1361- 1419), Kaiser Ferdinand I. (1503 - 1564) und Kaiser Maximilian II. (1527 - 1576). Schon vor dem Neubau des Doms unter Kaiser Karl IV. war der Veitsdom Krönungskirche und Grablege der böhmischen Herrscher. So werden in der Kronkammer des Doms die Krönungsinsignien, darunter die Wenzelskrone, aufbewahrt. [1]


Quellenangabe:


1.: Die Informationen zum St.-Veits-Dom in Prag basieren auf dem Artikel Veitsdom (Stand 22.02.2017) und stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Fotos St. Veits Dom in Prag





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